Der Amazon A9-Algorithmus bestimmt, in welcher Reihenfolge Produkte in den Amazon-Suchergebnissen erscheinen. Als Verkäufer müssen Sie verstehen, nach welchen Kriterien Amazon Produktlistings bewertet, um dauerhaft auf Seite 1 zu ranken. Dieser Artikel erklärt die zentralen Ranking-Faktoren, die Weiterentwicklung des Algorithmus und was das für Ihre Listing-Optimierung bedeutet.
Was ist der Amazon A9-Algorithmus?
Der A9-Algorithmus ist Amazons Suchmaschinen-Technologie. Er analysiert in Millisekunden, welche Produktlistings am relevantesten für eine bestimmte Suchanfrage sind, und sortiert die Ergebnisse nach der Wahrscheinlichkeit eines Kaufabschlusses. Anders als Google optimiert Amazon nicht für Klicks, sondern für Umsätze: Wer Amazon mehr Geld einbringt, rankt besser.
Amazon selbst nutzt intern verschiedene Algorithmus-Bezeichnungen (A9, A10 und weitere Weiterentwicklungen). Für Verkäufer ist weniger die Bezeichnung entscheidend als das Verständnis der zugrundeliegenden Mechanismen, die sich über die Jahre kontinuierlich weiterentwickelt haben.
Die wichtigsten Ranking-Faktoren im Amazon-Algorithmus
1. Conversion Rate (Kaufrate)
Die Conversion Rate ist einer der stärksten Ranking-Signale. Sie gibt an, wie viele Besucher Ihres Listings einen Kauf tätigen. Eine Conversion Rate über 10–15 % gilt als gut; der Durchschnitt liegt je nach Kategorie bei 5–8 %. Alles, was die Kaufwahrscheinlichkeit erhöht (starke Produktbilder, überzeugende Bullet Points, wettbewerbsfähige Preise), verbessert direkt Ihr Ranking.
2. Verkaufshistorie und Verkaufsgeschwindigkeit
Amazon bewertet nicht nur Gesamtverkaufszahlen, sondern auch die Verkaufsgeschwindigkeit (Velocity). Ein Produkt, das in den letzten 30 Tagen stark verkauft wurde, wird höher gewichtet als eines mit hohen historischen Zahlen, aber stagnierendem Momentum. Werbeaktionen und externe Traffic-Quellen können die Velocity kurzfristig erhöhen und so das organische Ranking pushen.
3. Keyword-Relevanz: Frontend und Backend
Amazon indexiert Keywords aus Produkttitel, Bullet Points, Produktbeschreibung und Backend Search Terms. Der Titel trägt das höchste Gewicht: Das Hauptkeyword sollte möglichst früh und natürlich im Titel platziert werden. Backend Keywords (aktuell bis zu 500 Zeichen in Seller Central verfügbar) ermöglichen die Abdeckung zusätzlicher Suchbegriffe, ohne den Lesefluss der sichtbaren Texte zu beeinträchtigen.
4. Click-Through-Rate (CTR)
Wie viele Nutzer klicken auf Ihr Listing, wenn es in den Suchergebnissen erscheint? Ein schlechtes Hauptbild, ein unklarer Titel oder ein nicht wettbewerbsfähiger Preis führen zu einer niedrigen CTR. Amazon interpretiert eine niedrige CTR als Signal, dass das Listing wenig relevant ist, und senkt das Ranking.
5. Bewertungen: Anzahl und Durchschnittsscore
Mehr Bewertungen und ein höherer Durchschnittsscore verbessern sowohl das Ranking als auch die Conversion Rate. Ab ca. 20–25 Bewertungen beginnt die Kaufbereitschaft signifikant zu steigen. Produkte mit weniger als 3 Sternen werden vom Algorithmus deutlich benachteiligt.
6. Verfügbarkeit und Lagerbestand
Out-of-Stock-Situationen sind für das Ranking fatal. Amazon bevorzugt Listings mit ausreichendem Lagerbestand für mindestens 30 Tage. Verkäufer, die regelmäßig vergriffen sind, verlieren hart erkannte Ranking-Positionen, die schwer wiederherzustellen sind.
7. Die Honeymoon-Phase für neue Listings
Amazon gewährt neuen Produktlistings in den ersten 30–45 Tagen einen zusätzlichen Ranking-Boost. In dieser Phase bewertet der Algorithmus das Potenzial des Listings besonders stark. Händler sollten diese Phase nutzen, um möglichst viele Verkaufsimpulse zu setzen: PPC-Kampagnen, externe Traffic-Quellen und erste Bewertungen aufzubauen ist in diesem Fenster besonders effektiv.
Vom A9 zum A10: Was hat sich geändert?
In der Branche wird häufig von der Weiterentwicklung des A9-Algorithmus zum sogenannten A10-Algorithmus gesprochen. Auch wenn Amazon keine offizielle Bezeichnung veröffentlicht, haben sich die Gewichtungen der Ranking-Faktoren spürbar verändert:
- Seller Authority: Kontoqualität, Reaktionszeiten und Account-Health spielen eine größere Rolle als früher.
- Organischer Traffic: Klicks aus organischen Quellen (ausserhalb von PPC) werden stärker gewichtet.
- Externer Traffic: Besucher von außerhalb Amazons (Social Media, Google, Newsletter) verbessern das Ranking nachweisbar.
- PPC-Abhängigkeit: Gesponserte Umsatz-Anteil am Gesamt-Traffic wird kritischer bewertet. Wer fast ausschließlich über Ads verkauft, hat ein schwächeres organisches Ranking.
Ausführliche Informationen zur aktuellen Weiterentwicklung finden Sie in unserem Artikel zum Amazon A10-Algorithmus.
Praktische Tipps: So optimieren Sie für den Amazon-Algorithmus
- Hauptkeyword in den ersten 80 Zeichen des Titels platzieren
- Hauptbild auf weißem Hintergrund mit Zoommöglichkeit (Mindestbreite 1.600 Pixel)
- Alle fünf Bullet Points nutzen, je 200–250 Zeichen, mit Keywords und Kaufargumenten
- Backend Search Terms ausschöpfen: 500 Zeichen, keine Wiederholungen, keine ASINs
- Lagerbestand für mindestens 30 Tage vorhalten
- A+ Content erstellen, um Conversion Rate zu erhöhen
- PPC-Kampagnen zur Verkaufsankurbelung in der Honeymoon-Phase nutzen
Als spezialisierte Amazon Agentur unterstützt mala markets Verkäufer dabei, ihre Listings algorithmisch zu optimieren. Vom Titel-Audit über Backend-Keyword-Strategie bis zur PPC-Steuerung – wir kennen die Stellschrauben, die Rankings messbar verbessern.
Häufig gestellte Fragen
Wie funktioniert der Amazon A9-Algorithmus?
Der A9-Algorithmus bewertet Produktlistings nach ihrer Kaufwahrscheinlichkeit. Er analysiert Keyword-Relevanz, Conversion Rate, Verkaufsgeschwindigkeit, Bewertungen und Listing-Qualität. Das Produkt, das Amazon die höchste Kauf-Wahrscheinlichkeit signalisiert, erscheint ganz oben in den Suchergebnissen.
Was ist der Unterschied zwischen A9 und A10-Algorithmus?
Der A10-Algorithmus ist eine Weiterentwicklung des A9. Wesentliche Änderungen: externer Traffic und organische Klicks werden stärker gewichtet, die Seller Authority (Account-Qualität) spielt eine größere Rolle, und die Abhängigkeit von reinen PPC-Umsätzen als Ranking-Signal wurde reduziert.
Welche Ranking-Faktoren sind beim Amazon-Algorithmus am wichtigsten?
Die wichtigsten Faktoren sind: Conversion Rate, Verkaufsgeschwindigkeit, Keyword-Relevanz (Titel, Bullet Points, Backend Keywords), Click-Through-Rate, Bewertungen sowie Verfügbarkeit des Lagerbestands. Neu hinzugekommen sind Seller Authority und externes Traffic-Signal.
Wie lange dauert es, bei Amazon besser zu ranken?
Bei konsequenter Listing-Optimierung und gezieltem PPC-Einsatz sind erste messbare Verbesserungen oft innerhalb von 2–4 Wochen sichtbar. Für dauerhaft hohe organische Rankings braucht es konsistente Verkaufszahlen und eine solide Bewertungsbasis über mehrere Monate.



